//Die kulturelle Dimension des Steildachs

//Welche Bedeutung hat das Dach im Gesamtentwurf?

Das Steildach als „fünfter Fassade eines Hauses“ hat ein erhebliches kreatives Potenzial. Für 3/4 der Befragten ist der Trend zur Gebäudehülle aus einem Guss (Material) keine temporäre Modeerscheinung, sondern eher „langlebig“ bzw. „von grundsätzlichem architektonischen Interesse“. Weitere gestalterische Motive von wachsendem Interesse sind Asymmetrien, gefaltete Dächer und geneigte Dächer nicht nur auf Wohnhäusern, sondern in großem Maßstab.

//Welche Assoziationen verbinden Sie mit dem Raum unter dem Dach?

Der Innenraum unter dem geneigten Dach hat besondere atmosphärische Qualitäten. Dachräume eröffnen aus Architektensicht attraktive Raumangebote insbesondere in der Nachverdichtung im Geschosswohnungsbau. Insgesamt wird der Charakter von Dachräumen als „großzügig“ und „hell“ beschrieben, sofern es sich nicht um den Ausbau von schwierig zu möblierenden Resträumen handelt, die eher „Enge erzeugen.

//Welche kulturellen Einflüsse beinflussen die Dachgestaltung?

Für die Architekten in Deutschland ist das Steildach ein elementarer Bestandteil der Baukultur.  Dabei ist das Dach nicht „on top“ isoliert zu betrachten, sondern integrierter Bestandteil einer eigenständigen baukulturellen Gebäudetypologie. Hierbei spielen regionale Traditionen die maßgebliche Rolle: „Regionale Baukultur“, „Regionale Typologien“ und die „Geschichte des Ortes“ werden als die wesentlichen Einflussfaktoren auf die Dachgestaltung genannt.